8 Prozent Dividende werden serviert
Börse Online
[09:30, 23.08.10]
Die Hauptversammlungs-Saison nähert sich immer mehr ihrem Ende. Nebenwertefans sollten sich aber noch den 27. August anstreichen. Dann schüttet RÖDER Zeltsysteme 3,90 Euro aus. Bezogen auf den aktuellen Kurs entspricht das einer Rendite von fast 8 Prozent.
So etwas hat Seltenheitswert – obwohl der Partyzeltverleiher RÖDER im Jahr 2009 auf Konzernbasis leicht in die roten Zahlen schlingerte, hat das Unternehmen seine Dividende von 1,20 Euro auf 3,90 Euro aufgestockt. Als Begründung für den ungewöhnlichen Dividendenvorschlag führt das Unternehmen mit Sitz im hessischen Büdingen die „guten Gewinne der Vorjahre“ und die „sehr hohe Eigenkapitalquote“ an.
So war RÖDER seit 2001 stets profitabel und hat allein in den Jahren 2005 bis 2008 kumulierte Erträge von mehr als 20 Mio. Euro erwirtschaftet. Dem steht nun eine Dividendenausschüttung von rund 3,4 Mio. Euro entgegen. In der Bilanz weist die Gesellschaft per 31. Dezember 2009 ein Eigenkapital von knapp 38 Mio. Euro aus. Bezogen auf die Bilanzsumme entspricht das einer kommoden Quote von mehr als 70 Prozent.
Als Ausstatter für große Firmenevents spürte RÖDER die Auswirkungen der Wirtschaftskrise besonders stark. So sackte der Umsatz 2009 von knapp 67 auf rund 47 Mio. Euro in die Tiefe. Für das laufende Jahr hat der Vorstand immerhin wieder Umsatzerlöse nördlich der 50-Mio.-Euro-Marke avisiert. Ziel ist es, dabei ein positives Ergebnis nach Steuern zu erwirtschaften.
An der Börse kam die Aussicht auf schwarze Zahlen zuletzt gut an. Die Notiz des Nebenwerts bewegt sich auf dem höchsten Niveau der vergangenen zwei Jahre. Nun steht die psychologisch wichtige Hürde von 50 Euro direkt vor der Tür. Allerdings ist der Markt vergleichsweise eng. Insgesamt befinden sich nur 880.000 Anteilscheine im Umlauf. Knapp 85 Prozent davon hält die Udai Vermögensverwaltungs GmbH. Zurzeit bringt es RÖDER auf einen Börsenwert von 44 Mio. Euro.
Wer noch auf der Suche nach einer Dividendenausschüttung ist, kann ein Engagement bei RÖDER durchaus wagen. Allerdings ist zu befürchten, dass die Notiz nach der Hauptversammlung ein wenig unter Druck geraten kann. Ein Phänomen, das bei marktengen Dividendentitel vergleichsweise häufig zu beobachten ist. Grundsätzlich handelt es sich bei dem Unternehmen aber um eine gut geführte Gesellschaft.
Unterm Strich stufen wir die RÖDER-Aktie als gute Halteposition ein. Die Firma ist eine Wette auf einen besseren Konjunkturverlauf, in Folge dessen die Unternehmen wieder mehr Geld für Festivitäten in die Hand nehmen.
Von Gereon Kruse
Den Originaltext finden Sie hier.