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Was steckt hinter dem Kursanstieg von RÖDER Zeltsysteme?

Börse Online – Veröffentlichung vom 29.09.-06.10.2005 / Ausgabe 40/2005/ S.30 / von Helmut Kipp

Der Zeltspezialist hat durchgreifende Umstrukturierungen hinter sich. Nach langen Jahren der Krise werden endlich gute Renditen erwirtschaftet. 

Für Phantasie sorgt die FußbalI-WM 2006.

Hin und wieder gibt es Investmentchancen, die im Nachhinein nur noch ungläubiges Staunen hervorrufen. Der Zelthersteller und -Verleiher Röder ist so ein Fall: Viele Jahre lieferten die Büdinger ständig neue Enttäuschungen und manchen Skandal. Doch seit gut drei Jahren geht es kontinuierlich aufwärts. Der Pleitekandidat wird nach und nach zur Ertragsperle. Die Aktie, die zwischenzeitlich unter einem Euro notierte, ist inzwischen wieder rund 30 Euro wert. Der rasante Aufschwung beschert den beiden Vorständen Rüdiger Blasius und Martin Osbeck sowie zwei weiteren Führungskräften hohe Vermögenszuwächse. Im März 2002, also praktisch zum Tiefpunkt des Aktienkurses, übernahm das Quartett 76 Prozent des Kapitals vom damaligen Hauptanteilseigner Plettac und der DZ Bank.

Die neuen Eigentümer brachten Röder schneller als erwartet auf die Beine. Sie stutzten die Verwaltung, führten klare Steuerungs- und Kontrollsysteme ein, organisierten die Zeltmontage um, zogen sich aus dem margenarmen Messebereich zurück und trennten sich von Verlusttöchtern. Die Besserungsabreden zugunsten der Gläubiger wurden abgelöst. Die Geldgeber hatten 2002 auf 20,8 Millionen Euro Forderungen verzichtet, um das Unternehmen zu retten. Inzwischen schüttet Röder sogar Dividende aus. „Es gibt keine Altlasten mehr", stellt Vorstandschef Blasius klar.

Nach der Schrumpfkur rückt nun die Expansion wieder stärker in den Vordergrund. Wachstumspotenzial bieten vor allem Osteuropa, Indien und China. In Shanghai ist das Unternehmen bereits vertreten. Peking wird folgen - ein strategischer Schritt mit Blick auf die Olympischen Spiele 2008.

Große Sportevents sind ein wichtiger Umsatzbringer im Vermietgeschäft. Auch bei aufwendigen Firmenveranstaltungen werden die Zelte eingesetzt. Für gute Stimmung unter Investoren sorgten zuletzt die hervorragenden Halbjahreszahlen. Blasius geht jetzt davon aus, 2005 dicht an das Spitzenergebnis des Vorjahres heranzukommen, als Rödcr von der Olympiade in Athen profitierte. Momentan sind temporäre Unterkünfte in den USA stark gefragt - Folge der Zerstörungen durch Hurrikans.

Im kommenden Jahr wird die Fußballweltmeisterschaft das Geschäft ankurbeln. An vier Stadien vermietet Röder Hospitality-Zelte für VIP-Gäste. Der Kickerwettbewerb strahlt auch auf den Verkauf von Zelten aus. Insgesamt könnte die WM mehrere Millionen Euro Umsatz bringen.

 



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