Zeltbauer RÖDER bleibt zuversichtlich
Frankfurter Allgemeinen Zeitung – Veröffentlichung 03.04.2007, Nr. 79, Seite 42
BÜDINGEN. Mit dem Verkauf und Verleih von Zelten „made in Germany“ lässt sich gutes Geld verdienen. Dies hat die RÖDER Zeltsysteme und Service AG mit Sitz in Büdingen auch im vergangenen Jahr bewiesen. Beflügelt von der Sonderkonjunktur im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft, konnte das börsennotierte Unternehmen seinen Umsatz um gut 14 Prozent auf 48 Millionen Euro steigern. Die Gewinne kletterten sogar kräftiger. Das Vorsteuerergebnis stieg um fast ein Viertel auf 5,8 Millionen Euro – trotz Investitionen in neue Märkte und Warenbestände. Den Jahresüberschuss beziffert RÖDER auf 5,3 Millionen Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von annähernd 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei dem Unternehmen Steuererträge in Höhe von 400 000 Euro zugute kamen.
Angesichts dieser Zahlen erreichte die RÖDER-Aktie an der Frankfurter Börse zu Wochenbeginn mit 51 Euro den höchsten Stand seit fast zehn Jahren. Allein binnen Monatsfrist ist der Kurs um ein Fünftel gestiegen. Da an der Börse die Zukunft gehandelt wird, rechnen Anleger mit einem anhaltenden Umsatz- und Gewinnwachstum bei dem oberhessischen Zeltbauer, der in Büdingen 135 Mitarbeiter zählt, die sich zu gleichen Teilen auf die Produktion und die Verwaltung verteilen. Und auch das Unternehmen zeigt sich zuversichtlich: „Wir sehen keine Anzeichen, dass die Entwicklung gebremst werden könnte“, sagte Finanzvorstand Martin Osbeck dieser Zeitung. Denn RÖDER erfreut sich, wie Vorstandschef Rüdiger Blasius sagt, der „tollen Entwicklungen“ seiner neuen Tochterfirmen in China und Russland, die demnach weitere Zuwächse versprechen. Schließlich boomt China, zudem stehen die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking bevor.
RÖDER Zeltsysteme verfügt mittlerweile in China über zwei Niederlassungen, die in Peking und Schanghai ansässig sind. Da der Export von Büdingen aus nach China unwirtschaftlich wäre, unterhält RÖDER dort eine kleine Produktion und fertigt Zelte für den chinesischen Markt. Gemeinsam mit der seit einem Jahr tätigen Russland-Tochter hat das China-Geschäft für Umsätze von 6,5 Millionen Euro gesorgt, wie Osbeck sagte. Knapp ein Viertel der Erlöse erzielt der Konzern nach seinen Worten in Deutschland, rund 60 Prozent in Europa. Aus der Türkei dürften fortan steigende Umsatzbeiträge kommen. Die neue Tochter am Bosporus hat laut Vorstand schon größere Mietaufträge an Land gezogen. (thwi)